Besinnung

"Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben." (Joh 10,11a.27–28a)

 

Das „Ich-bin-Wort“ Jesu vom „Guten Hirten“ begleitet uns als Wochenspruch durch die Woche. Mir fällt dabei das volkstümliche Andachtsbild ein, das (früher wahrscheinlich viel mehr als heute) in zahllosen Wohnzimmern hing, oder in Schlafzimmern über dem Bett: Ein typischer, langhaarig-bärtiger Jesus-Jüngling mit leuchtendem Heiligenschein in der Abendsonne bei der Herde sitzend; liebevoll ein Lämmlein auf dem Schoß.

Herrlich kitschig, würde ich sagen. Und das meine ich auch so: Auch wenn es meinem Erwachsenen-Glauben von heute nicht mehr entspricht, als Kind fand ich sie wahnsinnig beeindruckend und irgendwie kann ich mich immer noch dran freuen, wenn ich solche Bilder sehe. Bei meiner Oma, hing in den frühen sechziger Jahren, wenn ich mich recht erinnere, kein Hirten-Jesus im Wohnzimmer, sondern das Kreuz im Gebirge von Caspar David Friedrich – mit den fünf Sonnenstrahlen, die hinter dem Kreuzeshügel hervorleuchten wie mit dem Lineal gezogen. (Vielleicht hing der „Gute Hirte“ überm Bett im Schlafzimmer, aber da durften wir Kinder nicht hinein.) Diese Oma war die strengere von beiden. Bei der anderen Oma erinnere ich mich nicht an solche Bilder, aber an ihre persönliche Wärme.

Die Welt der Bilder, die Welt des Glaubens und die Welt, in der wir leben, das gehört irgendwie zusammen. Ich glaube: Wir tun gut daran, uns dessen bewusst zu sein, dass die Welt der Bilder und die des Glaubens ihren großen Wert dann entfalten, wenn wir sie nicht als ein Gängeln und Einschränken erleben, auch nicht als etwas, das wir ein für alle Mal haben und besitzen. Sie laden ein zu immer wieder neuer Begegnung und Vermittlung. Bilder, die zu uns sprechen, ihre Stimme, die Sprache, die sie sprechen, das wechselt und wandelt sich durch die Zeiten. Der zu entdeckende Reichtum ist praktisch grenzenlos, eine Ewigkeit. Und auch das ist schon wieder: wie im Bild gesprochen - eben, um Ihre Gedanken anzuregen, liebe Leserinnen und Leser. Pfarrer Manfred Bürkle

Kurzfilm Klimafasten

Impuls

Zur Besinnung

Die diesjährige Jahreslosung habe ich mir im Januar 2021 als Anfangsbildschirm auf meinen PC geladen. Das Bild der Künstlerin Stephanie Bahlinger mit dem Schriftzug: Jesus Christus spricht: SEID BARMHERZIG, wie auch EUER VATER BARMHERZIG IST.

Jeden Tag werde ich daran erinnert. Wie es aber oft ist mit Dingen, die man täglich um sich hat. Sie werden schnell selbstverständlich. Nun schaue ich das Bild genauer an. Die Künstlerin setzt „Barmherzigkeit“ ins Bild, indem sie eine Art Kokon malt. Darin ein Baby gezeichnet durch das Kreuz.

Am Baby bleibe ich hängen. Hier fällt es nicht schwer, die Not zu erkennen, wenn sie da ist. Das Baby weint oder brüllt, sobald etwas nicht passt. Wenn es Hunger hat, die Windeln voll sind oder Bauchweh hat. Sich einem Menschen, der etwas braucht zuzuwenden, ist eine Haltung der Barmherzigkeit.

Beim Baby ist das selbstverständlich. Ist es doch ganz angewiesen auf fremde Hilfe. Bei Erwachsenen wird es schwieriger. Gerade jetzt, wo wir einander selten begegnen, unsere Kontakte reduzieren oder ganz zurückgezogen leben. Noch stärker ist unser Sensorium gefordert, hinzuhören, wo sich Not verbirgt. Wo jemand einsam ist oder enttäuscht, weil keiner fragt: Wie geht es dir? Oder wo jemand überlastet ist und Unterstützung braucht.

Meistens ist die Not nicht so sichtbar oder hörbar, wie beim Baby. Mein Update der Jahreslosung verdeutlicht mir: Schau genau hin und höre zu. Aber auch: Schau in dich hinein und höre, wo du eine*/n Barmherzige*/n brauchst.

Ihre Pfarrerin Ulrike Boss

Klimafasten 2021 - Neues wachsen lassen

Mit meinen Kindern habe ich in der Woche vor Ostern Kresse angesetzt. Das ist ganz einfach zu machen und sie wächst schnell. Kresse ist etwas für Ungeduldige.

In dieser Woche, der Karwoche, geht die Fastenzeit zu Ende. Ostern kommt. Kresse eignet sich gut als Symbol für das Ostergeschehen: Wo nichts ist als Erde, ein paar Samen und Wasser, blüht etwas Neues auf. Ein Zeichen der Hoffnung. Veränderung geschieht. Selbst da, wo nichts mehr möglich scheint.

Als Kirchengemeinde haben wir uns in der Fastenzeit auf das Klimafasten eingelassen. Sechs Wochen liegen hinter uns. Sechs Impulse vom virtuellen Wasserfußabdruck über bewusstes Heizen und alternative Mobilität haben bereichert und vor allem herausgefordert.

Mir wird klar: Ich gönne mir im Alltag immer wieder Luxus. Langes Duschen mit heißem Wasser, „mal schnell“ das Auto nehmen, die Fleischpfanne vom Metzger, weil das einfacher geht, als langes Kochen. Immer wieder kommt bei mir das Thema „Zeit“ auf. Der energiefressende Luxus erspart mir Zeit. Zum Beispiel schaffe ich am Tag viel mehr, wenn ich das Auto nehme. Diese Erkenntnis ist eigentlich nicht neu. Gut aber, dass sie mir neu bewusst wird! Für ein klimabewussteres Leben muss ich mehr Zeit für die einzelnen Dinge einplanen. Diese Erfahrung nehme ich mit. Das ist mein Samenkorn, das ich Pflanze. Welches Samenkorn pflanzen Sie?

Am 11. April schließen wir das Klimafasten in einem Gottesdienst ab. Sara Bürkle hat einen kurzen Film mit Stimmen aus unserer Kirchengemeinde zum Klimafasten erstellt. Ich freue mich darauf, den Film im Gottesdienst zu sehen und bin gespannt, was Sie aus der Aktion mitnehmen!

Bis Ostern wird unsere gepflanzte Kresse blühen und die Kinder werden sie ernten. Auch in diesem Jahr ist Ostern anders als gewohnt. Mit weniger Kontakten, im engsten Familienkreis werden wir es feiern. Interessant ist: Kresse wächst auch ohne Erde. Sie gedeiht auch auf Watte oder einem Taschentuch. Das mag uns ein Vorbild sein. Schauen wir an Ostern auf das, was wächst auch unter widrigen Umständen.

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne ein erfahrungsreiches Osterfest! 

Pfarrerin Ulrike Boss

Klimafasten 2021 - Mobilität

Fasten ist als Gestaltungselement in zahlreichen Kulturen belegt, ursprünglich hauptsächlich im Verzicht auf Nahrung, z.T. auch im Verzicht auf Süßigkeiten, Fleisch oder z.B. Alkohol. Im religiösen Kontext wird es u.a. angewandt zur Reinigung der Seele, zur Besinnung.

In diesem Sinne sehe ich unsere Beteiligung an der diesjährigen, so genannten Klimafastenaktion „so viel du brauchst“.

Schauen wir doch mal, wie viel oder besser, wie möglichst wenig, wir verbrauchen von unseren Ressourcen, die nicht unendlich sind, die uns in der Schöpfung geschenkt sind, aber nicht geschenkt zum unüberlegten Verbrauch oder gar „Missbrauch“, sondern, die uns sozusagen nur ausgeliehen sind…

Jede Woche ein neuer Schwerpunkt! In dieser Woche hinterfragen wir unsere Mobilität. Im Großen, bezogen auf die gesamte Verkehrspolitik.  Die Bewertung der Wichtigkeit eigener individueller Freiheit steht oft im Kontrast zum schonenden Umgang mit unserer Umwelt. Auf der einen Seite die Klimakiller Auto, Flugzeug, Kreuzfahrten usw. gegenüber dem Fahrrad, dem öffentlichen Bus- und Schienenverkehr, dem sanften Tourismus in der eigenen Heimat. Eine häufige Antwort auf die Frage nach dem Auto, v.a. auf dem Land lautet: „ich brauch es halt“! Mir persönlich steht es nicht zu, dieses „Brauchen“ für andere zu beurteilen.  Auch ich selbst meine, das Auto (ich weiß diesen Luxus total zu schätzen) oft zu brauchen…., ohne mir Alternativen zu überlegen. Eine Woche ohne! Für mich, der ich Fahrrad fahren kann, der ich gesund bin, der den Bus benutzen kann, natürlich eine verhältnismäßig einfache Aufgabe, die ich mir da stelle! Zumal im Frühling! Und doch gleich eine kleine Herausforderung, wenn es z.B. regnet oder kalt ist!  Brauch ich das Auto dann wirklich, oder genügt nicht einfach ne gute Regenjacke?!  Ich habe es probiert, es tut mir gut, tut dem Klima gut. Auf jeden Fall eine positive Erfahrung!  Scheinbarer Verzicht auf der einen Seite ist keiner mehr und wird sogar zu einer Bereicherung. 

Jetzt habe ich eine ganz persönlich eingefärbte Bitte: Wenn Sie das Auto nehmen, nehmen Sie es bewusst! Freuen Sie sich daran, nehmen Sie es aber wahr als eine technische Errungenschaft, die es uns möglich macht, schnell und trocken von A nach B zu kommen, die Rohstoffe verbraucht und Schadstoffe freisetzt. Und bitte: nehmen Sie Rücksicht- auf die Fahrradfahrer!  Eine gute Fahrt! Mit was auch immer, genießen sie es!

Helmut Mielke, Kirchengemeinderat

Informationen und Anregungen gibt es im Internet: www.klimafasten.de.

Klimafasten 2021 – Einfaches Leben

Im kleinen Heftchen, das mich durch diese Fastenwochen begleitet, stehen kurze Anregungen zu verschiedenen Bereichen. Eine Woche Zeit für ein einfaches Leben, heißt es diese Woche. Ich lese und denke reagierend vor mich hin: In dieser Woche…

…gehe ich spazieren, suche den Kontakt zur Natur und danke für Gottes Schöpfung. – „Kein Problem, das schaffe ich!“ denke ich und lese weiter: …überlege ich, wo ich mein Leben entschleunigen kann. „Klar! Gerne!, da denke ich sowieso oft dran herum – entschleunigen, nicht verdichten.“ …betrachte ich die Menschen um mich herum. Als Zeichen der Achtung spreche ich jemandem ein Kompliment oder meinen Dank aus. „Easy! Das schaffe ich auch! Mich bedanken, das fällt mir nicht so schwer und jemandem ein Kompliment machen, das macht sogar Spaß - wenn ich jemanden mag, jedenfalls…“

Also weiter: … diskutiere ich mit meiner Familie oder im Freundeskreis die Frage, was Lebensqualität ausmacht und was uns Lebensglück, Erfüllung und Zufriedenheit bringt. „Freundeskreis – das fällt aus Corona-Gründen eher aus und in der Familie, da sind wir sowieso immer wieder am Diskutieren über solche Dinge. Sollte also auch kein Problem sein.“

Schon bin ich dabei mich entspannt zurückzulehnen, da kommt die letzte Anregung: …gehe ich durch die Zimmer in meiner Wohnung und sortiere einige Dinge aus, die noch gut sind und die ich aber nicht mehr verwende…

„Ok…, also… meine Frau und unsere Tochter sind gerade sowieso am Ausmisten. Das könnte ich ja gelten lassen, oder?“ Aber dann kommt es: …und spende sie oder gebe sie an andere weiter. „Mist! Erstens bin ich der geborene Jäger und Sammler! Jedes Schräubchen, auf der Straße finde ich wertvoll - man kann es ja vielleicht mal gebrauchen! Und, was ich nicht schon alles gefunden habe auf der Straße: Diese Kombi-Zange zum Beispiel – noch einwandfrei zu verwenden! Oder jenen alten Zimmermannshammer aus der Schweiz. Bald 40 Jahre ist das her! Und das Metzgersmesser, direkt vor unserer Garage! Eines meiner Lieblingsmesser in der Küche… Und zweitens: Ganz so einfach ist das ja nicht mit diesem Punkt. Dinge achten und aufbewahren, das ist doch auch: Einfach leben – oder?? Und dann auch noch: spenden oder weitergeben – da müsste ich ja mich selbst aufmachen, selbst Initiative ergreifen, selbst aktiv werden… Au Mann, nein, ganz so einfach ist das jetzt nicht getan…“

Und dann kapiere ich: Vielleicht geht es ja gerade darum? Um mich und meine Gewohnheiten, meine Grenzen… meine Trägheit… Hhmmm… - Ob ich das schaffe? Probieren will ich es… werde ich es… nehme ich mir jedenfalls vor...  

Manfred Bürkle

Klimafasten 2021 -Beim Klimafasten ist es Zeit für bewusstes „Digital-Sein“.

Ein starker Wind zerbricht die Felsen, ein Erdbeben erschüttert den Grund und Boden, ein Feuer frisst alles Lebendige weg. So erlebt es Elia in seiner Höhle, als er auf Gott wartet (1Könige 19). Das mutet an wie ein spannender Film im Internet. Action und Nervenkitzel. Heute bieten sich uns durch das weltweite Netz und Smartphone zahlreiche Möglichkeiten, uns mit Videos aus unserem Alltag auszuklinken. Da werden Verfolgungsjagden gezeigt, Schießereien. Das ist eine klare Welt, Gut und Böse sind eindeutig getrennt. Unterhaltsam, aufregend und zugleich beruhigend, weil anders als in der Wirklichkeit Klarheit besteht. Wenn wir uns in diese Welt begeben, hinterlassen wir in der echten unbemerkt einen ökologischen Fußabdruck. Unterhaltung braucht Energie.

Auch im Alltag sind wir „online“, brauchen wir Energie. Einerseits ein Segen in Zeiten, wo Unterhaltung auf Distanz gefragt ist. Andererseits auch Wind, Erdbeben und Feuer. Unzählige Mails sind zu beantworten, am besten sofort. Auf dem Smartphone verschicken wir wichtige und unwichtige Gedanken in Echtzeit und hören auch gleich, was der andere dazu meint. Bilder mit Corona-Witzen haben Hochkonjunktur. Das Homeoffice ruft uns. Man muss was tun. Action soll sein.

Im Sturmwind gehen Steine zu Bruch. Beziehungen leiden und brechen nicht selten. Erdbeben erschüttern unseren Lebensgrund und -boden. Im Feuer können wir andere versengen, oder gar selbst verbrennen.

Gott kommt am Ende zu Elia nicht mit Action. „Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen.“ (1Könige 19,12) Dieses sanfte Sausen sollen wir hören lernen. Wenn der PC im Schrank bleibt, wenn das Smartphone ausgeschaltet ist. Wenn wir uns hinsetzen, einfach nur so, nachdenken. Ein gutes Buch, ein Gespräch, bei dem wir einem lieben Menschen ins Gesicht sehen. Zuhören. Ruhe finden. Bewusst Da-Sein. Da weitet sich das Herz, in der echten Welt. In der Welt, in der wir Gott begegnen.

Jörg Boss

Klimafasten 2021 - Eine Woche Zeit für eine vegetarische Ernährung

Die dritte Woche der Fastenzeit beginnt. Beim Wort Fasten kommen einem Gedanken an Enthaltsamkeit und Fastengruppen, auf jeden Fall an etwas, auf das man 40 Tage lang verzichtet, in den Sinn. Zum Beispiel auf Schokolade. Und wenn man es tatsächlich die 40 Tage durchhält, ist man doch mächtig stolz auf die tolle Leistung. Aber wem bringt es eigentlich etwas, außer mir in der Bestätigung meiner Selbstdisziplin?

Ein Jahr Pandemie hat uns genug Zeit geschenkt, um nachzudenken, neu zu denken und alte Gewohnheiten loszulassen. Warum nicht auch die Fastenzeit neu denken? Was steht denn am brennendsten vor unserer Tür und ist viel bedeutsamer als die Pandemie, die eventuell darin sogar ihre Ursache (z.B. Rückgang der Biodiversität) hat. Richtig, es ist der Klimawandel, dem wir aus Bequemlichkeit oder Angst vor Einschränkungen in unserem bisherigen Lebensstil bisher nicht so breiten Raum einnehmen ließen. Aber das sollten wir dringend ändern, und das Klimafasten wäre die Gelegenheit, jede Woche etwas einzuüben, was nachhaltig etwas bringt, der ganzen Menschheit und letztendlich auch uns.

In dieser Woche nehmen wir unsere Ernährung unter die Lupe. Wir essen zu viel und zu schlecht. Das beschert uns Übergewicht, Diabetes und hohen Blutdruck, was unser Leben einschränkt, etwas abgemildert durch die Therapiemöglichkeiten der modernen Medizin. Reduzieren wir doch einfach einmal unseren Fleischkonsum auf 1-2x die Woche.  Müsste dann ein Geflügelhof noch fast eine halbe Million Hähnchen pro Tag schlachten und pro Tier 8 Liter Wasser verbrauchen zur Reinigung eines jeden Schlachttieres? Müsste dann weiter der kostbare Regenwald (die grüne Lunge unserer Erde, Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere) in Brasilien brandgerodet werden, um Weideland für exportfähige Rinder und Anbaufläche für Soja (für die Mast unserer Rinder) zu stehlen?

Gemüse und Salat verbinden manche mit geschmacklosem Einerlei. Vielleicht sind sie noch geschädigt vom Dosenfutter (Leipziger Allerlei) früherer Zeiten oder kaufen im Winter im Supermarkt Tomaten, die wirklich nicht schmecken. Kaufen wir regional und saisonal und probieren wir einfach mal fleischlose Kochrezepte aus! Wir können durch unser Kaufverhalten das Angebot an Lebensmitteln sehr wohl beeinflussen. Bisher war alles ungebremst, die Pandemie hat uns etwas ausgebremst. Ist doch eigentlich gar nicht so schlimm, wenn sogar auf den Straßen Geschwindigkeitsbegrenzungen im Vormarsch sind.

Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen am Klimafasten teilnehmen und sich dadurch nicht beschränkt, sondern beschenkt fühlen.

Silvia Braun-Biggel, KGR

E-mail: braun-biggel@gmx.de

Klimafasten 2021 - Heizen

 

als Anfang Dezember 2019 die Kirchenwahl stattfand, fiel just an diesem Tag die Heizung im Gemeindehaus aus. Die Wahlhelfer*innen mummelten sich ein und behalfen sich mit kleinen Heizöfen, die freilich nur bedingt wirkungsvoll waren für einen Raum dieser Größe. Wer einmal eine solche Erfahrung gemacht hat, der weiß, wie wertvoll und schön es ist, sich am Ende eines Wintertages in die geheizte, warme Stube zu setzen. Martin Luther wusste das, wenn er sagte: "Gott ist ein Backofen voller Liebe, die da reichet von der Erde bis an den Himmel." Gottes Liebe soll uns wärmen. Sie soll uns backen und garen bis wir selbst voller Liebe sind, warm und gut.

Das bedeutet auch, sich Gedanken zu machen über diese Welt, die für kommende Generationen noch ein lebenswerter Ort sein soll. Im Rahmen der Aktion Klimafasten sind wir in dieser Woche aufgefordert, über den Energieverbrauch beim Heizen nachzudenken. Ein kleiner Rundgang durch die Wohnung, um zu sehen, wo geheizt sein muss - und wo nicht. Stoßlüften statt gekippte Fenster. Die Hände kalt waschen. Oder für Hartgesottene: eine kalte Dusche am Morgen. Mehr Anregungen und Tipps gibt es auf www.klimafasten.de.

Die gute Nachricht: Liebevolle Worte, ein Kompliment für meine Partnerin oder meinen Partner, das kann warm ums Herz machen. Und Kuscheln im eigenen Haushalt ist auch in Coronazeiten erlaubt. An menschlicher Wärme müssen wir nicht sparen!

Jörg Boss

Klimafasten 2021 – Mein Wasserfußabdruck

wahrscheinlich könnte man mich als überzeugten Jeansträger bezeichnen. Als Teenager habe ich mir einmal aus sieben alten Hosen eine Jeans zusammengenäht. Dabei habe ich die Nähmaschine meiner Mutter ruiniert, aber ich war bockstolz und sehr glücklich, als ich das Ergebnis an den Beinen trug. Richtig schockiert war ich, als ich vor einigen Jahren hörte, wieviel Wasser alles in allem zur Herstellung einer einzigen Jeans benötigt wird – nämlich 10 000 Liter!

Alles in allem verbraucht jede und jeder von uns in Deutschland nicht nur rund 120 l Trinkwasser täglich, sondern fast 3.900 Liter Wasser – alles mitberechnet, was in Verbrauch, Dienstleistungen und Konsum hineinfließt. Der tägliche sogenannte „Wasserfußabdruck“. 

Diese Woche – die erste von sieben, in denen wir als Kirchengemeinde einladen, mitzumachen und sich bewusst mit solchen Fragen des täglichen Gebrauchens und Verbrauchens auseinanderzusetzen – soll das Wasser besonders im Blick sein. Wasser ist: Lebenselixier. Und Wasser ist auch: Grund für Katastrophen, Krankheit und Krieg, Flucht und Vertreibung!

Wenn ich an die globalen Verteilungsverhältnisse und an meinen ganz persönlichen Wasserfußabdruck denke… ja, dann habe ich ein schlechtes Gewissen. Aber schlechtes Gewissen ist ein schlechter Ratgeber und keine besonders gute Motivation. Fundierte Information und bewusstes Entscheiden aus Freude an rechtem Handeln macht viel mehr Sinn (und darüber hinaus auch ein besseres Gefühl).

Wahrscheinlich werde ich weiterhin Jeansträger bleiben. Meinen persönlichen Umgang mit Wasser und dem, was alles in allem damit zusammenhängt, will ich mir aber doch noch einmal bewusst vor Augen halten und darüber nachdenken, was ich persönlich auch über die Woche hinaus mit Lust und Überzeugung verbessern will und kann.

Wenn Jesus sagte: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge (Joh. 10), meinte er damit sicherlich nicht hirnlosen Konsum im Überfluss. Und sein Credo war mit Sicherheit auch nicht das einer ständig positiven Wachstumsrate.

Die Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit mit ihrem Motto: „So viel du brauchst…“ möchte Anregung und Unterstützung bieten, zum eigenen Faktencheck und zum persönlichen Praxistest. Schön, wenn wir Ihnen auch Lust machen können, mit zu fasten. Ein paar Infohefte in Papierform legen wir in den Kirchen aus. Weitere Informationen und Anregungen gibt es im Internet: www.klimafasten.de. Manfred Bürkle

Impuls an Altjahrabend

Impuls zum Heiligen Abend 2020

… und Friede auf Erden, bei den Menschen…                                           Lukas 2,14

 

Gott ist in die Welt gekommen. Er hat ein Zeichen des Friedens gesetzt. Und wie er das tut, lässt niemand unberührt. Als Kind zeigt er sich, ganz einfach und nüchtern. Wie seine Altersgenossen muss dieses Kind in Windeln gewickelt werden. Ein Bett hat es nicht, eine Krippe muss reichen. Es schreit, weint, hört Wiegenlieder der Mutter und lacht, wenn der Vater mit ihm scherzt. So sind Kinder eben und Gott macht sich ihnen gleich. Noch später wird Jesus Christus uns die Kinder sogar als Vorbild hinstellen. Sie sind hilflos und leben doch unmittelbar im Vertrauen auf diejenigen, die sie beschützen. Tastend begreifen sie das Leben, lassen sich darauf ein und gehen auf Entdeckungsreise. Das Leben hält Gutes und Schlimmes für sie bereit. Das Kind in der Krippe muss das früh erleben, wenn seine Eltern mit ihm zur Flucht aufbrechen vor den Nachstellungen der Mächtigen.

Kinder können sich die Welt noch nicht erklären. Sie müssen nicht für andere sorgen und Geschenke kaufen. Und doch berühren sie uns im tiefsten Innern. Ein Blick in das Gesicht eines Kindes genügt, um reich beschenkt zu werden. So zeigt sich uns Gott selbst.

Die Kinder bergen die Zukunft in sich. Vom ersten Moment begleiten sie unser Wille und unsere Hoffnung, dass eine gute Zukunft beschert sei. Sie erinnern uns an das, was wir mit Menschlichkeit meinen: Den Schwachen zu helfen, das Gute zu suchen, das den Frieden in der Welt voranbringt. Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig. So kommt er als das schwache Kind, das doch Vertrauen, Friede und die ganze Zukunft in sich trägt.

Impuls 08.11.2020

Impuls 11.10.2020

Andacht 17.07.2020 zum Anhören

Andacht 02.06.2020 zum Anhören

Ein Gedicht - 16.05.2020

Lieder 24.04.2020 zum Anhören

Andacht 14.04.2020 zum Anhören

Andacht 05.04.2020 zum Anhören