Wiedereintritt in die Kirche


Vielleicht ist in einem Menschen nach einer Zeit des Abstandes oder aufgrund neuer Erfahrungen der Wunsch entstanden, wieder in die Kirche aufgenommen zu werden. Er wird bei seiner  Kirche offene Türen finden.
Nicht selten war ein Kirchenaustritt nicht gleichbedeutend mit der Absage an den christlichen Glauben und manchmal muss sich die Kirche selbst prüfen, wo sie Ärgernis gegeben hat und Anlass für die Austrittserklärung war.
Mitglied in der Kirche wird man durch die Taufe.  Wer getauft ist gehört nach kirchlichem Verständnis unwiderruflich zur Gemeinschaft derer, die an Christus glauben. Deswegen findet bei einem Wiedereintritt auch keine zweite Taufe statt. Dennoch hat sich jemand, der ausgetreten ist, bewusst und aktenkundig außerhalb der sichtbaren kirchlichen Gemeinschaft gestellt.
Das erste ist ein Gespräch mit dem Pfarrer, der zur klären hat, welche Rolle jetzt Glaube und Kirche im Leben dieses Menschen hat und was seine Motive sind, wieder einzutreten. Sollte ein Beitritt zu einer anderen Glaubensgemeinschaft erfolgt sein, müsste dort der Austritt erklärt werden.
Darüber berichtet der Pfarrer dem Bischof. Dieser gibt dem Pfarrer den Auftrag, den Ausgetretenen wieder in die Kath. Kirche aufzunehmen und ihn von der durch den Austritt zugezogenen Kirchenstrafe zu absolvieren. Im Taufmatrikel wird daraufhin der Vermerk des Kirchenaustrittes gelöscht und dem Gläubigen die Rechte der Mitgliedschaft wieder zurückgegeben. Auch werden das Einwohnermeldeamt und das Steueramt benachrichtigt, dass wieder eine Kirchenmitgliedschaft besteht. Die Wiederaufnahme soll aber nicht nur einen Rechtsakt darstellen, sondern ein bewusster Neuanfang in der Glaubensgemeinschaft sein.